Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

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Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon sachsenjäger am Do 27. Feb 2020, 15:16

Coronavirus: Wie können wir uns auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten?

Ein Grund zur Panik besteht nicht. Aber wir können die verbleibende Zeit sinnvoll nutzen. Hilfreiche Tipps, wie wir uns schützen und vorsorgen können haben wir nachfolgend dargestellt.

Das neuartige Coranavirus SARS-CoV-2 ist eine globale Herausforderung, die von jedem einzelnen, insbesondere von den Verantwortungsträgern ein verantwortungsvolles und rechtzeitiges Handeln erfordert.
Jeder einzelne Bürger, aber auch Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Firmen, Institutionen und Organisationen können Maßnahmen ergreifen, um sich vor dem Virus zu schützen und auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereitet zu sein.

Auf drei Bereiche sollte sich zunächst die Vorbereitungen auf eine Epidemie oder Pandemie konzentrieren

1. Möglichst wenige Personen sollen infiziert werden.
2. Die Kommunen, öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Firmen und privaten Haushalte sollen für den Notfall alle lebensnotwendigen Dinge bereit halten.
3. Größere gesellschaftliche Störungen und Einschränkungen sollen minimiert oder verhindert werden.

WAS IST ZU TUN?
Welche konkreten Maßnahmen schützen mich und andere vor einer Tröpfchen-Infektion?
– Halten Sie Abstand zu Erkrankten (ein bis zwei Meter).
– Waschen Sie sich regelmäßig und sorgfältig die Hände (mindestens 20 Sekunden mit Seife, bis zum Handgelenk).
– Vermeiden Sie Händeschütteln und Umarmungen.
– Entwickeln Sie Selbstschutz-Reflexe: Drücken sie etwa Fahrstuhlknöpfe mit dem Knöchel anstatt mit der Fingerspitze.
– Meiden Sie belebte Orte und Veranstaltungen. Setzen Sie Prioritäten.
– Berühren Sie ihr eigenes Gesicht oder die Gesichter von Freunden und Verwandten weniger.
– Berühren Sie insbesondere die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase nicht mit den Fingern.
– Bei Bedarf ziehen Sie Handschuhe an. Waschen oder wechseln Sie diese täglich.
– Niesen Sie nicht in Hand, sondern in die Armbeuge.
– Entsorgen Sie benutzte Taschentücher schnell.
– Atemmasken bieten Gesunden wenig Schutz, durch die Atemluft werden die Masken feucht, schon nach 20 Minuten wird der Barriereschutz aufgehoben, deshalb sollten Masken dem medizinischen Personal vorbehalten sein

Hilft das die Infektionskette zu unterbrechen?
Coronaviren werden durch Tröpfcheninfektion weitergegeben, das Virus vermehrt sich im Rachen. Von dort können die Erreger schneller als aus der Lunge wieder aus dem Körper freigesetzt werden, etwa durch Niesen, Husten oder Schnäuzen. So kann SARS-CoV-2 wieder auf Oberflächen gelangen und dort per Schmierinfektion über die Hände an Schleimhäute geraten und andere infizieren.

WIE KANN ICH MICH AUF EINE EPIDEMIE ODER PANDEMIE VORBEREITEN?
Bei einer intensiven Übertragungswelle wird es höchstwahrscheinlich Einschränkungen und auch Versorgungsengpässe geben. Sorgen Sie vor, damit Sie sich notfalls mehrere Wochen lang zu Hause einigeln können.
– Halten Sie wichtige verschreibungspflichtige Medikamente (falls nötig) für einen Monat bereit.
– Legen Sie einen ausreichenden Vorrat an nicht-verderblichen Lebensmitteln an.
– Überlegen Sie sich frühzeitig, wie Sie Freunde und Verwandte schützen können. Besonders Ältere und Kranke mit geschwächtem Immunsystem sind auf Ihre Hilfe angewiesen.
– Organisieren Sie frühzeitig Möglichkeiten für die Betreuung kranker Kinder.
– Treffen Sie Vorkehrungen, wie Sie kranke Familienmitglieder betreuen können, ohne sich selber anzustecken.

Wie kann ich der Gemeinschaft helfen?
Je mehr Menschen sich um die Vorbereitung bemühen, desto mehr steigt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Helfen Sie, gemeinschaftliche Hilfe zu organisieren!

WAS KÖNNEN ARBEITGEBER TUN?
– Sie können Möglichkeiten für Heim- und Telearbeit ausarbeiten und für den Ernstfall vorhalten. Insbesondere kranke oder gefährdete Mitarbeiter sollten bei Ausbruch zu Hause im Homeoffice bleiben, wo möglich.
– Mitarbeiter mit akuten Symptomen einer Atemwegserkrankung (zum Beispiel Husten oder Atemnot) oder die tagsüber krank werden, sollten sofort von anderen Mitarbeitern getrennt und nach Hause geschickt werden.
– Firmen sollten für frische Luft an Arbeitsplätzen und in Sozialräumen sorgen - etwa auch Filter in Belüftungsanlagen austauschen.
– Sie sollten Möglichkeiten für Handhygiene bereitstellen - etwa Seife und Papierhandtücher, aber auch Tastaturreinigungstücher- und Sprays.
– Sie sollten Oberflächen und die Umgebung routinemäßig reinigen lassen.
– Mitarbeiter, denen es gut geht, die aber ein krankes Familienmitglied mit COVID-19 zu Hause haben, sollten ihren Vorgesetzten benachrichtigen.
– Vorgesetzte sollten besonders relevante Positionen in den Arbeitsabläufen identifizieren und für Vertretungen sorgen. Die Abwesenheit einer Person wird dann nicht die Funktionsfähigkeit der ganzen Organisation gefährden oder beeinträchtigen.

Was ist mit Dienst- und sonstigen Reisen?
– Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten jeweils die neuesten Leitlinien und Empfehlungen für jedes Reiseziel studieren.
– Kommunen, öffentliche Einrichtungen und Firmen sollten ihre Mitarbeiter beraten, sich vor Reiseantritt auf Symptome einer akuten Atemwegserkrankung untersuchen zu lassen und bei einer Erkrankung zu Hause zu bleiben.
– Wer bei einer Reise krank wird, sollte umgehend den Vorgesetzten benachrichtigen.
Zuletzt geändert von sachsenjäger am Do 27. Feb 2020, 17:18, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Grünrock am Do 27. Feb 2020, 16:52

Ich find es es wirklich gut, dass Ihr bei der rcu auf die bevorstehende Epidemie eingeht und Vorschläge unterbreitet, wie wir uns in der Kommune dazu vorbereiten können. Schließlich können wir die Bürger im Ernstfall hier nicht alleine lassen. Gegenwärtig erhalten wir von unseren vorgesetzten Dienststellen kaum sachdienliche Informationen. Ihr seid die ersten die in der wichtigen Sache Anregungen gebt, wie wir uns hier in der Verwaltung vorbereiten könnt, und wie wir uns verhalten sollten. Das habt Ihr gut gemacht.

In Deutschland will z. Z. keiner Verunsicherungen schaffen oder die Verantwortlichen befinden sich wieder einmal im Tiefschlaf. Aber vorbereiten müssen wir uns wohl, wenn das nicht schon zu spät ist.
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Hansa am Do 27. Feb 2020, 16:58

Richtig!!!
Auch von unseren vorgesetzten Behörden ist z. Z. nichts zu hören. Keiner will in der Sache einen Fehler machen und macht deshalb nichts oder es interessiert diese nicht. Aus Euren Hinweisen hier können wir für uns alles wichtige z. Z. selbst ableiten. Das reicht für das erste aus - daran kann man sich entlanghangeln.

Das zeigt aber welchen Zustand wir in unseren Behörden haben !!! ;) Das ist ein Trauerspiel.
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Personalpeter am Do 27. Feb 2020, 17:05

Wir haben diese Information heute auch per E-Mail als Euer Stammkunde erhalten. Als Personaler hilft mir das, die Dinge in meinem Bereich für den Ernstfall auch richtig und konsequent vorzubereiten. Ich habe für die Engpassbereiche Vertretungspläne vorbereitet. Die EDV-Leute habe ich gebeten, Telearbeit vorzubereiten, sodass auch von zu Hause gearbeitet werden kann. Nochmals danke an die Mannschaft bei der RCU. Auf Euch ist immer Verlass.
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon rose am Do 27. Feb 2020, 17:10

Danke für Eure Information. Auch bei unserem BM ist heute die E-Mail mit den Link zum Hinweis zur Epidemie eingegangen. Ich grüße alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Euch.
rose
 
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Heinze am Do 27. Feb 2020, 17:29

Wir haben Euere E-Mail mit dem Link zur Vorbereitung auf eine Epidemie in unserem Kreis auch erhalten. Der Kommunalamtsleiter wird noch am Montag den Landrat informieren und darum bitten, dass unsere Kommunen ordentlich von uns vorbereitet werden. Das gilt natürlich auch für unsere Kreisverwaltung selbst. Danke für Euren Beitrag hier. Ich bin selbst auch entsetzt, dass bisher keiner konkrete Informationen zur Vorbereitung gibt. So viel Zeit wird nicht mehr sein. Hoffen wir das Beste, dass es nicht so schlimm wird, denn an eine ausreichende Vorbereitung in Deutschland kann ich nicht mehr so richtig glauben.
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Peter am Di 3. Mär 2020, 09:42

Die Abwiegelung der Fachleute in der Medizin, den Schlingerkurs und die Ignoranz der Politik sowie der eigentlich Verantwortlichen halte ich für fatal. Die Konzeptlosigkeit beherrscht bereits Deutschland in vielen Lebensbereichen. Nun wird von Panik gesprochen, wo es allenfalls um Lebenserfahrungen der Menschen geht geht, und dann werden die Besorgten als Hysteriker vorgeführt, weil bereits unverzeiliche Versorgungsengpässe, insbesondere bei der Medizin entstanden sind. Als Angehöriger einer Hochrisikogruppe halte ich die strikte Vorsorge und Umsicht für überlebenswichtig. Und für die Allgemeinheit gilt: Man muss nur nach Wuhan sehen und Heinsberg, dann begreift man, welche einschneidenden Folgen die Feststellung von Infektionen mit dem Corona-Virus für das öffentliche Leben bewirkt, wenn man zu spät und planlos reagiert und den Schmutz unter den Teppich kehren möchte. Den Verantwortlichen und der Politik wird am Ende keiner mehr glauben, weil sie entweder unfähig sind oder die Leute hinter das Licht führten, um ihre eigenen Schäfchen ins trockene zu bringen. ;)
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon sudenburg am Di 3. Mär 2020, 10:01

Das ist keine Panikmache, sondern lediglich das nüchterne Fazit von Experten wie dem Virologen Christian Drosten, der an der Charité in Berlin einen Corona-Test entwickelt hat. Sie werfen der Bundesregierung und allen anderen Verantwortlichen vor, die Situation sträflich unterschätzt zu haben; erst in den vergangenen Tagen habe man das mögliche Ausmaß der Gefährdung und die Engpässe in der Medizin erkannt. Dabei ist es gar nicht so entscheidend, ob Sars-CoV-2, wie der neue Erreger präzise heißt, am Ende mehr Opfer fordert als ein neuer Influenzavirus, es genügt allein die Angst davor, wie die leeren Supermarktregale in Italien zeigen. Und gegen Grippe kann man sich impfen, bei Corona hilft nur banales Händewaschen. Gefährlich ist das Coronavirus aber auch deshalb, weil es ein weiteres Fragment der Unsicherheit in einer immer unsicheren, unbeherrschbar scheinenden Welt darstellt, in der die Infektionsmetapher allgegenwärtig sind. Warten wir die nächsten 8 Wochen ab, dann werden wir in Deutschland wissen was Sache ist und ob die Party weiter geht. Man kann sich zur Zeit nur die Hände vor das Gesicht halten - und das nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr durch den Virus, sondern der ansteckenden Dummheit der Verantwortlichen.
Wir stehen früher auf!
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Kaktusblüte am Di 3. Mär 2020, 10:08

Wir haben bei der rcu sachlich informiert und an die Pflicht der kommunalen Verantwortungsträger rechtzeitig erinnert. Mehr können wir von hier z. Z. wirklich nicht tun. Wir meinen, sachliche und ausreichende Information ist z. Z. das wichtigste. Man sollte die berechtigten Sorgen der Menschen ernst nehmen.

http://www.kommunalberatung-rcu.de/de/K ... Home-5.htm
Kaktusblüte
 
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Re: Coronavirus: Auf eine Epidemie oder Pandemie vorbereiten

Beitragvon Personalpeter am Di 3. Mär 2020, 10:25

Ihr macht das bei der rcu völlig richtig und habt auch rechtzeitig veröffentlicht. Erst jetzt kommt der Bundestag zu folgendem:

"Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Parlamentarier in einem Runschreiben zu Beginn der Sitzungswoche vorsorglich auf die neuen Hygieneregeln hingewiesen:

Eine Vielzahl von Menschen aus allen Teilen Deutschlands werde in dieser Woche in den Gebäuden des Bundestags zusammenkommen, heißt es in einem Schreiben an alle 709 Abgeordneten.

"Ich möchte Sie daher nachdrücklich bitten, die in der anliegenden Hausinformation enthaltenen Präventions- und Verhaltenshinweise sorgsam zu beachten und auch ihre Mitarbeiter dazu anzuhalten."
Der CDU-Politiker bat die Abgeordneten zudem, Dienstreisen, besonders in Risikogebiete, "auf das zwingend notwendige Maß zu begrenzen". Er wies die Abgeordneten auch darauf hin, dass sie ungeachtet ihrer Immunität den infektionsschutzrechtlichen Maßnahmen der zuständigen Gesundheitsbehörden unterlägen.

Und das machen wir bei uns in der Stadtverwaltung eben auch. Bei uns kommen gleich einmal 300 Menschen täglich zusammen und da sind die allgemeinen Hygienemaßnahmen die Ihr bei der rcu seit 14 Tagen auf dem Schirm habt, eine gute Grundlage gewesen. Die hiesige Kritik war nicht an Euch gerichtet. Im Gegenteil.
Personalpeter
 
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