Kalkulation - Abwasser

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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon c_g am Mi 9. Mai 2012, 10:51

mollenbröder hat geschrieben:Wie meinst Du das @c_g ?

Hallo Mollenbröder‚

die vom KAG vorgesehene Refinanzierung der Beiträge (vorausgesetzt sie findet tatsächlich durch die Gebührenzahler statt) ist als ein Ansparen von Vermögen für Ersatzinvestitionen oder für die nächste Anlagengeneration zu verstehen. Das angesparte Vermögen ist den Sparern (Gebührenzahlern) mit Zins zu vergüten (§12/3 Sächs. KAG). Diese Habenzinsen wirken den Sollzinsen (für Fremdkapital) entgegen. Die bis heute beim Aufgabenträger angewandte Formel kennt keine Habenzinsen.
Wegen dieses Widerspruches und der Beratungsresistenz unserer Verbandsräte und so weiter... mussten wir die kleine Anfrage initiieren. Mit der Antwort des Innenministeriums können wir nun eine Lösung (hoffentlich bald) erwarten.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon mollenbröder am Fr 18. Mai 2012, 10:29

@c_g
Ich kann Eure Situation dort im AZV nicht einschätzen und kenne nur einige Dinge nur aus dem Forum. Um konkret zu Antworten und weiterzuhelfen, bedarf es einer genauen Kenntnis der Lage vor Ort. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass ich mich einer Wertung der von Euch eingeschätzten Sachlage enthalten muss. Alles andere wäre unseriös.

Was Deine Hoffnung auf die Anfrage im SLT und der damit verbundenen Antwort betrifft, bin ich skeptisch. Aus meiner Sicht sind das unterschiedliche Vorgänge. Zunächst steht es im Recht jedes Landtagsabgeordneten, Anfagen zu stellen. Wie auch im vorliegenden Fall, werden die Anfragen beantwortet. Das ist der eine, völlig selbstständige Vorgangskreis.

Ein anderer Vorgangskreis ist es, wie euer AZV, der dortige Vorstand und die Geschäftsführung Kalkulationen und Berechnungen, auf welchen Vorgabnen oder Vorlagen auch immer ausführt. Vorstand und Geschäftsführung tragen die Verantwortung dafür, dass richtig kalkuliert und berechnet wird, so dass ggf. daraus ein Beschlussentwurf bzw. Beschluss eures AZV entsteht. Die Verantwortungsträger des AZV sind Euren Räten rechenschaftspflichtig, nicht dem SLT. Das ist ein völlig selbstständiger vom erst genannten Vorgangskreis unanbängiger Vorgang. ;-)

Ich sage das auch deshalb, da du in deinem vorletzten Beitrag folgendes formulierst: "Eine „ordentliche“ Geschäftsführung kennt ihren gesellschaftlichen Auftrag. Kritik unerwünscht." Aus deinem, natürlich mit augenzwinkern gemeinten Hinweis wäre zu entnehmen, dass Eure Geschäftsführung als so etwas wie der Erfüllungsgehilfe des SLT oder SMI anzusehen sei. Auch in deinen zurückliegenden Beiträgen glaube ich gelesen zu haben, dass du glaubst, dass die Aufsichtsbehöden eine Funktion wie der dir bekannte Rat des Kreises oder die Bezirksleitung auszuüben hätten. Eure Gemeinden und der AZV sind in ihren Entscheidungen frei und nur an Gesetz und Beschlüsse gebunden. ;-)

Aber verstehe das nicht als Kritik, es ist nur meine Sicht auf so manchen Beitrag von Euch. Es steht nur im hiesigen Interesse, nach meinen bescheidenen Mitteln und Möglichkeiten zu helfen, dass richtige Ableitungen aus Feststellungen getroffen werden können und keine Irrwege und unnötigen Vermutungen entstehen.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon mod am Fr 18. Mai 2012, 10:53

Herzlichen Glückwunsch, wir hatten in den zurückliegenden zwei Monaten ca. 450 Zugriffe auf nur diesen Thread . Danke für die Diskussion und danke für die nunmehr eingezogene Sachlichkeit. Es tut uns gut, wenn wir möglichst unabhängig und ohne Tabu's diskutieren. Es tut uns auch gut, wenn wir es vermeiden, aufsichtsrechtliche Entscheidungen zu werten oder einseitig Partei für politische Parteien zu nehmen. Eine ausgewogene fachliche Diskussion wird von unseren Foristi aber auch den vielen tausenden Ratsuchenden innerhalb und außerhalb der öffentlichen Verwaltung und öffentlichen Wirtschaft, welche auf unsere Themen monatlich zugreifen, erwartet. Dieser Erwartungshaltung sollten wir auch entsprechen.

Danke für Eure Mitarbeit, macht weiter so.

mod.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon c_g am Di 12. Jun 2012, 12:53

franzl hat geschrieben:@C_G
Es wurden im Landtag Fragen gestell, OK. Was soll an den Fragen sein? Die Dame kann doch fragen und auf die Fragen gibt es Antworten, OK. Die Antworten sind gegeben und was soll an den Antworten besonders sein?
Verstehe ich nicht ganz. ;)
Will man prüfen ob die Fragen richtig sind oder die Antworten falsch? :roll:
Will man herausfinden, was man besser fragen könnte und wo eigentlich ein Problem beim Träger Abwasser stecken könnte oder will man einfach nur kritische Meinungen hören oder solche in eine bestimmte Richtung drücken? Also Meinungsmache?
Sind das wirklich die Probleme, die der AZV dort hat?
Dann wär das ein super Abwasserverband, wenn der nicht mehr probleme hat.
Bei uns kämpfen die AZV ums überleben und den Leuten fällt es echt schwer die Beiträge und Gebühren zu zahlen.
Bei euch dagegen scheint verkkehrte Welt zu sein, denn da werden die Leute vor hohen Gebühren und Beiträgen geschohnt aber gemeckert.
Versteh ich nich! Was wollt ihr denn eigentlich?


Hallo Franzl‚
auf Deine letzten beiden Meldungen möchten wir antworten.

Am 26. März fragtest Du unter anderem:“ Sind das wirklich die Probleme, die der AZV dort hat?“
Nein, natürlich nicht! 550 € (unsere Berechnung) versteckte Schulden pro Nase sind für unsere Verbandsräte kein Grund für irgendwelche Regungen. Die benannten Probleme in der Kleinen Anfrage sind unsere Sorgen. In unserem Geldbeutel will und wird man nun greifen. Wir machen hiermit nur Infopolitik.

Dein Verständnis von einer verkehrten Welt teilen wir nicht. Wir üben Kritik nach dem Verständnis von Wilhelm Tell:“Der kluge Mann baut vor.“ Wenn bei Euch der AZV ums Überleben kämpft, dann wurden vielleicht städtische Lösungen bei der Abwasserentsorgung im ländlichen Raum praktiziert. Ja, ja, das kann teuer werden.

Franzl, nun mal ein Kompliment für Dich. Du erkennst es völlig richtig, dass nach §17 Abs.2 Sächs. KAG weitere Beiträge zur Aufstockung des Betriebskapitals erhebbar sind. Insbesondere dann, wenn die Beiträge verfassungs- und rechtswidrig im Haushalt verbraucht wurden. Du hast den Hintergrund unserer Kleinen Anfrage erkannt.

Nun noch ein paar Überlegungen, sozusagen als Nachtisch:
1. Der Verzehr der Beiträge im Haushalt steht dem Erhebungsgrundsatz – der dauerhaften Ausstattung mit Betriebskapital – entgegen. Das gibt bestimmt Ärger
bei anstehenden Beitragsklagen!
2. Wenn man Beiträge – die nicht nur für eine Anlagengeneration bestimmt sind - ohne jegliche Not, als Umlageersatz im Haushalt verzehrt, will man denn dann bei den hohen Betriebskosten noch eine zweite Anlagengeneration? Wir sehen es nicht.
3. Will man keine zweite Anlagengeneration, dann braucht man auch kein dauerhaftes Betriebskapital. Die Einstellung der Refinanzierung der Beiträge oder
deren Rückzahlung wäre eine zwingende Logik!
4. Hier sind die Verantwortlichen für den Beitragsverzehr zwingend zu einer Richtungsentscheidung gezwungen. So weiter machen geht nicht, jedenfalls nicht
mit uns!
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon franzl am Do 21. Jun 2012, 19:21

Hallo c_g.
Bei uns im Bayern würd man sagen: i glaab ihr machts eich an Gaudi draus. Hast nix anderes zu tun, den lieben langen Tag?
Glaub mir, hier in Oberbayern hat man andere Sorgen. Da kostet das Abwasser richtig Geld, wenn das heuer mal den Berg rauflaufen muss.
Du sagst, Ihr macht "nur Infopolitik". Für WEN und für WAS? Du sagst, man will Euch ans Geld. Ich hab gelesen, ihr habt seit Jahr und Tag keine kostendeckenden Gebühren bezahlt und du regst dich nun noch auf, wenn der AZV nicht mehr weiß woher er das Geld nehmen soll. Is das an Gaudi für dich oder was?
Du sagst, Eure Beiträge werden verfassungs- und rechtswidrig im Haushalt verbraucht. Was is denn das dann fürn Schmarren.
Ich glaub, du machst da, wie du sagst "Infopolitik für Politiker" und nicht für deine eignen Leut. ;)
Was meinst was passieren wird, wenn die Leut nun viel mehr Geld fürs Abwasser bei euch bezahlen müssen, nur weil du "Infopolitik für Politiker" machst? Bei uns kämst du nicht heil aus den Wirtshaus. Den Hosenboden würden die Leut dir mal ordentlich straff ziehen.
Du hälst es mit Wilhelm Tell ???? :lol:
Hab ich nicht kappiert. Bin ich vieleicht zu bedepert. Bist du mit Tell ein Freiheitskämpfer? Für was und für wen? Für den freien Lauf des Abwassers? :lol: I glaub du machst Lobbypolitik oder die Politik mit dir Lobby, nix anders! So schauts aus, gell.
Aber vielleicht meinst du es so: " Durch diese hohle Gasse muss der AZV kommen, es führt kein andrer Weg zur Klärgrube - Hier / Vollend ich's - Die Gelegenheit ist günstig. / Dort der Holunderstrauch verbirgt mich dem AZV, / Von dort herab kann ihn mein Pfeil erlangen."
Dann mal den nächsten Pfeil aus dem Köcher. Hoffentlich triffst du nicht die eignen Leut und zwar am Geldbeutel.
Zuletzt geändert von franzl am Do 21. Jun 2012, 20:30, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon frst am Do 21. Jun 2012, 20:09

Oh,Oh !
Da kommt es mal emotional aus dem Bayrischen Wald. Verstehe ich auch, denn da sind die Abwasserkosten nicht ohne.
@c_g, da hat Schillers Pfeil in Bayern gertroffen. Na gut, Du musstest ihn aber auch nicht veräppeln. Das merkt unser franzel schon.

Zu Deinem schwer verdaulichen "Nachtisch". Du schreibst:

"Wenn man Beiträge – die nicht nur für eine Anlagengeneration bestimmt sind - ohne jegliche Not, als Umlagenersatz im Haushalt verzehrt, will man denn dann bei den hohen Betriebskosten noch eine zweite Anlagengeneration? Wir sehen es nicht."

Oh, Oh!

"Ohne jegliche Not"..., wenn Ihr, wie franzel schreibt, über viele Jahre keine kostendeckende Gebühr bezahlt habt und vielleicht auch die Anschlussbeiträge wesentlich zu niedrig waren? Habt Ihr dann wirklich "Anspruch" auf "Umlageersatz"?

Was haben die hohen Betriebskosten jetzt unmittelbar mit der zweiten Anlagengeneration zu tun? Versteh ich so nicht, es sei denn der Betrieb der veralteten Anlagen ist zu kostenaufwendig und es lohnt der Anlagenersatz durch sehr viel effektivere Technik. Das wäre betriebswirtschaftlich denkbar und kann unter Umständen Sinn machen.

So ein wenig verstehe ich aber unserern Foristi aus Bayern. Ihr weckt da schlafende Hunde. Ist Euch klar, dass es in Sachsen möglich ist, die angeschlossenen Haushalte nochmals finanziell heranzuziehen, wenn das Kapital aufgebraucht ist? Dann bezahlt Ihr, Eure Kinder und Enkel die Zeche der nächsten Anlagengeneration. Lohnt es sich dafür, "Infopolitik" zu betreiben. Eure Kinder und Enkel werden es Euch unter Umständen nicht besonders danken, dass Ihr keine kostendeckenden Gebühren gezahlt habt. Das ist sehr wohl eine hohe Last für die nächsten Generationen bei Euch. Das ganz locker und ohne Wilhelm Tell. Denn durch diese hole Gasse wird sie kommen, die nächste Anlagengeneration. Glaub ich zumindest.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon biene am Do 21. Jun 2012, 20:57

:|
Lasst Ihn doch mal aussprechen, Ihr wilden Männer. :roll:
Ich weiß zwar auch nicht so genau wo er praktisch hin möchte aber er kann das doch mal erkären. Er schreibt oft so kompliziert über einfache Dinge, die vielleicht von einigen Foristi hier falsch verstanden werden.

Also @c-g. Ich verstehe Dich so:
Ihr habt weit über ein Jahrzehnt zu geringe Abwassergebühren gezahlt und habt die Beiträge mehr als sybolischen Anschlussopulus verstanden. Nun hat der AZV die eher politisch gewollten Gebühren und Beiträge in den Beschlüssen der Verbandsräte ohne murren akzeptiert. Das hat dazu geführt, dass der AZV zunehmend das Eigenkapital aufbraucht. :o
Nun sagt Ihr, dass darf er aber nicht, denn nicht die angeschlossenen Haushalte müssen den Verlust ausgleichen, sondern die Mitgliedsgemeinden mit Umlagen. Habe ich das so in etwa richtig verstanden?
--Wer anderen eine Grube gräbt, hat ein Grubengrabgerät--
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon c_g am Fr 6. Jul 2012, 21:03

biene hat geschrieben::|
Lasst Ihn doch mal aussprechen, Ihr wilden Männer. :roll:
Ich weiß zwar auch nicht so genau wo er praktisch hin möchte aber er kann das doch mal erkären. Er schreibt oft so kompliziert über einfache Dinge, die vielleicht von einigen Foristi hier falsch verstanden werden.

Also @c-g. Ich verstehe Dich so:
Ihr habt weit über ein Jahrzehnt zu geringe Abwassergebühren gezahlt und habt die Beiträge mehr als sybolischen Anschlussopulus verstanden. Nun hat der AZV die eher politisch gewollten Gebühren und Beiträge in den Beschlüssen der Verbandsräte ohne murren akzeptiert. Das hat dazu geführt, dass der AZV zunehmend das Eigenkapital aufbraucht. :o
Nun sagt Ihr, dass darf er aber nicht, denn nicht die angeschlossenen Haushalte müssen den Verlust ausgleichen, sondern die Mitgliedsgemeinden mit Umlagen. Habe ich das so in etwa richtig verstanden?


Hallo franzl, frst und biene,

es ist gut, dass dieses Forum so einen Zuspruch findet, Dazu gehört auch, dass man auf Beiträge reagiert. Also fangen wir erst mal mit biene an, da sie sicherlich in Sachsen lebt. Wir wollen ihr Verständnis über unseren Aufgabenträger etwas korrigieren:

1. Unser Verband hat bis Anfang 2009 keine kostendeckenden Gebühren erhoben. Begründung: man wolle die Gebührenzahler vor einer Doppelbelastung schützen, weil diese die Anlagen schon einmal mit Beiträgen bezahlt hätten.
2. Der Verband erhebt Beiträge, 3 Cent/m³ mehr und man ist an der Oberkante nach §18/2/2 Sächs. KAG.
3. Um einen ausgeglichenen Haushalt in den Geschäftsjahren zu erreichen, wurden Umlagen erhoben. Allerdings in ungenügender Höhe – es war eher nur symbolisch! Der weitaus größere Rest des Fehlbetrages wurde durch überdurchschnittliche und überproportionale Auflösung der Fördermittel in den Haushalt eingestellt.
4. Ab Anfang 2009 werden nach Anregung für die Verbandsführung durch das SRH kostendeckende Gebühren erhoben.
5. Merkwürdig, im Jahresabschluss 2009 wurden trotz kostendeckender Gebühr ein erheblicher Teil Fördermittel weiterhin überproportional aufgelöst. Warum und wieso, das konnte bisher durch die Geschäftsführung nicht erklärt werden.
6. Im Jahresabschluss 2010 musste unser Aufgabenträger nun auch die Änderung der Eigenbetriebsverordnung beachten. Trotz Beitragsverzehr gab es ein negatives Ergebnis. Der Verlust wurde vorgetragen. Die Spanne zwischen geplanten Gewinn und entstandenen Verlust ist knapp eine halbe Million!

Das ist die Realität in unserem Verband. Wenn man mehr als 10 Jahre ungenügende Gebühren einnimmt und jetzt zum Ausgleich dieser Verluste die Einlagen (Beiträge) der Grundstückseigentümer verbrauchen will, so empfinden wir das als eine Unverschämtheit – das werden wir nicht so hinnehmen. Damit werden die Ersatzinvestitionen und die nächste Anlagengeneration in Frage gestellt. Von wem die Mittel, die heute den Beitragsverzehr ausmachen, in der Zukunft aufgebracht werden – ob Umlagen oder „…..“ , wissen wir noch nicht. Soweit zu den Fragen von Biene.

Dem franzl wollen wir sagen, dass wir ihn nicht veräppelt haben, wie es frst denkt. Dafür ist uns die Sache zu ernst. Wir machen Infopolitik zuerst für unsere Leute im Verbandsgebiet, für die Bürger in den angrenzenden Abwasserzweckverbänden, für Sachsen, für alle Bundesländer, - die Beiträge als Kapitalzuschüsse erheben. Und Du machst mit, in dem Du Fragen stellst. Mit Unwissenheit kommt man nicht weiter. Deshalb schreiben wir hier um unser Wissen Preis zu geben, aber auch um neues zu erfahren.
Der kluge Mann kann nur vorbauen – wie Wilhelm Tell es meint – wenn er einen breiten Überblick hat. Dazu zählt auch die Zeitschiene. Man darf nicht nur das laufende Geschäftsjahr oder die fünf Jahre der Gebührenkalkulation sehen, sondern den gesamten Reproduktionsprozess des Aufgabenträgers ( bei uns rechnet man mit 50 Jahren). Das soll bei der nachfolgenden Annahme verdeutlicht werden:
Eine junge Familie erwirbt ein Grundstück und wird das ein Leben lang (die nächsten 50 Jahre) dort leben. Diese Menschen haben wenig gewonnen, wenn sie vorerst (aus falschen Verständnis heraus) nur die Hälfte der Abwasserkosten zahlen müssen. Die zweite Hälfte wird mit Kredit bezahlt. Nach 15 Jahren sind dann die vollen Abwasserkosten zu zahlen plus Tilgung und Zins für die bisher nicht erhobenen Gebühren.
Mit der Änderung der Eigenbetriebsverordnung im Februar 2010 in Sachsen wurde das Ende des Schuldenmachens eingeläutet. Jetzt ist Rückzahlung und Zins gefragt. Unser Aufgabenträger will diese Lücke mit dem Verzehr der Einlagen von den Grundstückseigentümern schließen. Eine Beitragsnacherhebung ist nach Sächs. KAG möglich, wie Du selbst schreibst. Da werf ich doch die Frage auf: Sollen wir Grundstückseigentümer für den o.g. Schwachsinn uns nochmals melken lassen? Franzl, diskutiere das mal in Deinem bayrischen Wirtshaus durch!
Das der Verzehr der Beiträge im Haushalt kein Schmarren, sondern verfassungs- und rechtswidrig ist, hatten wir bereits mit dem Beitrag am 27.04.2012 erklärt.
Ja Franzl, wir haben mit Wilhelm Tell im übertragenem Sinne etwas gemeinsam, wir wollen unsere Bürger vor unnötigen Zinsbelastungen schützen. Denn hätte unserer Aufgabenträger von Anfang an kostendeckend gearbeitet, bräuchte er heute durch die refinanzierten Beiträger keine Zinsen an die Banken mehr zu zahlen.

Nun wollen wir den „schwer verdaulichen Nachtisch“ für frst mit etwas Würze genießbarer machen.
Wir wecken nicht absichtlich „schlafende Hunde“ – wie Du meinst – sondern „schlafende Verbandsräte“. Diese sollen über „Entscheidung und Haftung“ nachdenken und zur Erkenntnis gelangen‚ dass der Beitragsverzehr im Haushalt ihnen auf die Füße fallen wird. Sie sind diejenigen‚ die es gewollt und beschlossen haben. Diese Entscheidung wird Folgen in den Köpfen der Bürger hervorbringen. Denn die Gesamtkosten aus Investition und Betrieb (im Geschäftsjahr) dividiert durch die Menge gereinigten Abwassers ergibt nach unseren Berechnungen ca. 11‚00 €/m³. in unserem Verbandsgebiet gibt es aber auch ein sogenanntes „abwasserfreies Grundstück“. Über die Zulässigkeit wird seit Jahren prozessiert. Die Verwertung der wasserhaltigen Stoffe kostet dort ca. 4‚00 €/m³. Ich denke‚ dass es sich für alle lohnen müsste in der Zukunft einen anderen Weg zu wählen‚ als die kommunale Abwasserentsorgung.

„Ohne jegliche Not“ wurden zu niedrige Gebühren absichtlich erhoben. Das beschreibt Grünrock in seinem Beitrag vom 23.3.12 unter 2. sehr treffend: „Das wäre zwar für die Wirtschaftlichkeit des AZV zunächst problematisch aber angesichts möglicher Investitionen wird die vorgeschriebene Kostenvergleichsrechnung damit den „Nachweis“ erbringen‚ dass die zentrale Abwasserentsorgung wirtschaftlich günstiger ist als dezentrale Varianten“. Diese Täuschungspolitik der Vergangenheit bewirkt heute Nachholkosten von ca. 1‚00 €/ m³.
Ich denke‚ dass wir mit dieser umfangreichen Beantwortung die meisten aufgeworfenen Fragen und Denkanstöße angesprochen haben.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon biene am Do 12. Jul 2012, 17:03

Hallo c_g,
also scheint es doch so zu sein, wie ich vermutete. Du schreibst:

"Unser Verband hat bis Anfang 2009 keine kostendeckenden Gebühren erhoben. Begründung: man wolle die Gebührenzahler vor einer Doppelbelastung schützen, weil diese die Anlagen schon einmal mit Beiträgen bezahlt hätten."

Nach SächsKAG seid Ihr verpflichtet, kostendeckende Gebühren zu erheben. :oops:

Dann wird es nun kein großes Wunder sein, wenn der AZV nicht mehr weiß, woher er die Mittel nehmen soll. Dazu komme ich aber gleich noch. Verstanden habe ich überhaupt nicht, dass Ihr die Gebührenzahler "schützen" wollt, weil die die Anlagen mit Beiträgen bezahlt haben. Und was hat das jetzt mit den Gebühren zu tun? Das sind doch Gebühren für die Leistung der Abwasserentsorgung, denen reale Kosten entgegenstehen. Mit der Investition zur Anlage und den Beiträgen hat das zunächst nichts zu tun.

Umlagen haben die Gemeinden auch kaum geleistet. Also kommt daher wohl auch keine Kostendeckung.

Das kannst du jetzt betrachten wie du willst. Ob der AZV zu wenig Gebühren eingenommen hat oder aber die Bürger zu wenig Gebühren gezahlt haben bleibt sich vom Ergebnis gleich.

Du schreibst weiter:

" Wenn man mehr als 10 Jahre ungenügende Gebühren einnimmt und jetzt zum Ausgleich dieser Verluste die Einlagen (Beiträge) der Grundstückseigentümer verbrauchen will, so empfinden wir das als eine Unverschämtheit – das werden wir nicht so hinnehmen."

Ja aber ihr habt doch zu wenig an Gebühren gezahlt, oder? Da bleibt es gleich, ob der AZV die fehlenden Mittel aus den Beiträgen nimmt oder teure Kredite aufnimmt. Der entstandene Fehlbetrag durch Unterdeckung der Gebühren nebst Zinsen werden die nächsten Generationen aufbringen müssen. Das ist für mich ohne Frage. Wer soll denn das sonst ersetzen? Du schreibst weiter:

"Von wem die Mittel, die heute den Beitragsverzehr ausmachen, in der Zukunft aufgebracht werden – ob Umlagen oder „…..“ , wissen wir noch nicht".

Die angeschlossenen Haushalte werden den Ausgleich erbringen müssen, denn die Umlage würde alle Bürger der Gemeinden, auch die nicht angeschlossenen belasten. Selbst wenn es über die Umlage realisiert wüede, trifft es eure Bürger selbst, nur eben ALLE.

Da sollten eure Bürger mal ordentlich aufgeklärt werden was es bedeutet, wenn man keine kostendeckenden Gebühren zahlt. Sagt das denn der Verband nicht, redet ihr nicht miteinander, spricht keiner über die Schulden? Es bleiben doch immer eure Schulden. Kein anderer wird eure Schulden übernehmen oder tilgen.

Natürlich hast du dann aber auch aus meiner Sicht nicht ganz Unrecht, wenn du auf die Schulden der Zukunft verweist. Neue Investitionen zu Abwasseranlagen könnten schon bedenklich erscheinen, wenn die Schulden aus 10 Jahren Gebührenunterdeckung noch nicht einmal beglichen sind.
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Re: Kalkulation - Abwasser

Beitragvon franzl am Fr 13. Jul 2012, 07:55

@ C_G!

Du bist mir schon ein schöner Tell. Der schoss nur den Apfel vom Kopf. Du schießt hier den Vogel ab. :lol:

Dein Zitat:
Wir machen Infopolitik zuerst für unsere Leute im Verbandsgebiet, für die Bürger in den angrenzenden Abwasserzweckverbänden, für Sachsen, für alle Bundesländer, - die Beiträge als Kapitalzuschüsse erheben. Mit Unwissenheit kommt man nicht weiter. Deshalb schreiben wir hier um unser Wissen Preis zu geben, aber auch um neues zu erfahren.

Infopolitik ... für Sachsen, für alle Bundesländer...? Also nicht für Eure Leute, sondern Propaganda fürs Volk. Wenn Du meinst, dass das wichtig ist und Eure eigenen Leute weiter bringt. Du wirst wissen in welchem Auftrag das passiert. Im Auftrag eurer Leute vor Ort? Ich sehe nur, dass Du hier Anfragen von Parteien an euren Landtag veröffentlichst. Für mich ist das Propaganda und nicht die Preisgabe von Wissen, sondern von Ideologie. Du machst auch Deine Leute nicht wissender. Nach meiner Meinung werden die mit Deiner Ideologie "bedacht". So viel aus meiner Sicht zur Unwissenheit.

Dein Zitat
Ja Franzl, wir haben mit Wilhelm Tell im übertragenem Sinne etwas gemeinsam, wir wollen unsere Bürger vor unnötigen Zinsbelastungen schützen. Denn hätte unserer Aufgabenträger von Anfang an kostendeckend gearbeitet, bräuchte er heute durch die refinanzierten Beiträger keine Zinsen an die Banken mehr zu zahlen.

Nun ist Deiner Meinung nach der AZV daran schuld, dass Ihr keine ausreichenden Gebühren bezahlt habt? :lol:

Ihr habt Euch doch alle selber einen großen Hieb aus der Kreditflasche genehmigt. Habt Ihr Euch denn wenigstens für den Einbehalt des Teils der Gebühren was schönes gekauft oder habt Ihr es ins Wirtshaus getragen? Und wieso werdet Ihr denn nun nochmals gemolken, wenn Ihr über Jahrzehnte zu wenig Gebühren bezahlt habt? :roll:

Wenn ich weiß, dass ich zu wenig Gebühren bezahlt habe, werde ich mir lieber diesen Teil nebst Zinsen zurücklegen, denn das Erwachen kommt. Ihr seid von früher aus DDR-Zeiten gewohnt, dass der Staat für Euch die Verantwortung übernimmt und auch endlos Eure Kosten trägt. Miete, ELT, Wasser und Abwasser waren subventioniert und haben Euren Staat nicht wirtschaftlicher gemacht. Wie wäre es denn jetzt mal mit Eigenverantwortung? Wem gehört denn Euer AZV? Das gehört Euch doch alles selbst. Wie damit gewirtschaftet wird, ist Ausdruck Eurer Vernunft und nicht der des Staates auf den man zeigen kann, wenn man selbst schlecht gewirtschaftet hat. Du müsstes nicht fragen, "dürfen" die das, sondern, "können" und wollen wir uns das leisten?

Wenn jemand solche Propaganda bei uns im Wirtshaus machen würde und die Leute dann die Gebühren nachzahlen müssten (was bei Euch früher oder später passieren wird) könnte derjenige gleich sein Ränzel schnüren und in den Wald gehen. Rauft Euch doch mal zusammen und löst Eure Probleme. Der Staat wirds Euch nicht richten. Warum sollte der etwas regulieren, was Ihr selbst und eigenverantwortlich tun sollt und auch müsst?

http://www.myvideo.de/watch/130204/Wilh ... chussszene
franzl
 
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